Multisense Discovery 2014

Sich näher fühlen!

Haben Sie sich jemals gefragt, weshalb wir Menschen aus anderen Kulturräumen mit einem gewissen Misstrauen begegnen, obwohl diese oftmals schon jahrelang an unserer Seite leben?

Die Grundidee eines multisinnlichen Parcours hat ihren Ursprung in der Überzeugung, dass dieses ängstliche Misstrauen vielfach durch sprachliche Schwierigkeiten und Unkenntnis der anderen Sitten und Gebräuche bedingt wird. Diese Hürden können jedoch durch alternative Dialogformen, die alle Sinne ansprechen und Emotionen und Neugier wecken, deutlich verringert werden. Je mehr wir uns mit Gerüchen, Geschmäckern, Gesten, Geräuschen und Bildern aus anderen Kulturen vertraut machen, desto leichter fällt uns die Kommunikation mit Menschen, die sich darauf beziehen und desto seltener treten Miss- und Unverständnisse auf. Sich neuen Erfahrungen zu stellen und sich dabei von den eigenen Sinnen leiten zu lassen, wird uns nicht nur neue und fremde Welten zugänglich machen, sondern auch die eigene Lebenswelt vollkommen neuartig erschließen lassen.

Diese Internetseite begleitet die Ausstellung „Multisense Discovery“, die in der Stadtgalerie Bozen am Dominikanerplatz Nr. 18, vom 20. November 2014 bis zum 6. Januar 2015 täglich außer montags von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 15.30 bis 18.30 Uhr gezeigt wird. Sie präsentiert Erinnerungen, Lebensläufe und Integrationswege der in Südtirol sesshaften ProtagonistInnen: Isabel ursprünglich aus Kolumbien, Mirza aus Bangladesh und Alidad, geboren in Afghanistan. Die BesucherInnen der Ausstellung werden aufgefordert, selbst in Interaktion mit den Exponaten zu treten, sie zu ertasten und zu beschnuppern, sich von fremden Bildern und Klängen tragen zu lassen und sich neuen Empfindungen und Wahrnehmungen hinzugeben. Sie sollen mit all ihren Sinnen in die Ausstellung eintauchen.

Die Ausstellung will erst gar nicht den Anspruch erheben, die einzelnen Länder umfassend und eindeutig darzustellen. Sie wird einzig vom Wunsch getragen, die Geschichten und Lebenswege all jener zu erzählen, die von weit her kamen und nun seit Langem Teil unserer Gesellschaft sind.

Die Online-Plattform steht allen offen; jeder kann eigene Gegenstände, Klänge, Videos, Bilder oder Texte zu den drei für die diesjährige Ausgabe der Ausstellung gewählten Ländern – KOLUMBIEN, BANGLADESCH, AFGHANISTAN vorstellen. Seite an Seite können somit alteingesessene und neue BürgerInnen Symbole und Bedeutungszusammenhänge austauschen, die eigenen und jene der anderen kommentieren und somit einen nicht nur verbalen Kommunikationsraum teilen.

Die Vertiefungsabende in der Stadtgalerie, die immer dienstags stattfinden (2. Dezember: Afghanistan, 9. Dezember: Kolumbien, 16. Dezember: Bangladesch), ermöglichen die Begegnung mit den VertreterInnen der einzelnen Gemeinschaften. Ungezwungen und frei können die Beweggründe ihrer Migration kennengelernt, Probleme und Vorteile in ihrer neuen Heimat diskutiert werden. Der multisinnliche Parcours wird die TeilnehmerInnen darin unterstützen, die verborgenen Welten, die sich hinter diesen Erzählungen befinden, besser zu erfassen.